2/25/2007
Nachtrag an alle Zweite-Klasse-Fahrer
Die britische Eisenbahn war Anfang der Neunziger privatisiert worden, mitsamt dem Schienennetz. Weil Reparaturen und Verbesserungen an diesem Schienennetz aber keine Rendite bringen, haben die neuen Eigentümer (zahlreiche verschiedene Firmen) nichts an den Gleisen repariert, geschweige denn verbessert. Seitdem herrscht Chaos auf den Bahnhöfen, die Züge fahren viel langsamer als früher und es gab bereits mehrere Unfälle.
Natürlich hat die Bundesregierung aus diesen Fehlern gelernt und wird einige Dinge klüger regeln. Aber eins sollte man sich merken: Wenn Profitinteressen regieren, ist die Sicherheit des Menschen (und damit die Menschenwürde) nicht mehr so wichtig.

2/21/2007
An alle Zweite-Klasse-Fahrer

Warum macht die Bahn sowas?
1. a) Nur wenn ein Unternehmen fünf Jahre in Folge Gewinn macht, darf es an die Börse und da soll die Bahn bekanntlich hin.
b) Momentan gehört die Bahn dem Staat, der Staat wiederum "gehört" uns und wir können also durch Wahlen und andere Mittel indirekt Einfluss darauf nehmen, was für eine Politik die Bahn macht. Ob die Bahn von Darmstadt nach Mainz nur einmal die Stunde fährt oder ob der Bahnhof in, sagen wir, Schmitten im Vogelsberg überhaupt nicht mehr angefahren wird, ist also letztlich die Entscheidung des Volkes (ganz so gut lief es natürlich nie, aber es wäre möglich).
c) Darum soll die Bahn jetzt schnell privatisiert, also an einen Konzern verkauft werden, denn Demokratie finden die Demokraten im Bundestag überwiegend nur gut, weil es ihnen ´nen Arbeitsplatz sichert.
2. a) Das Unternehmen, das die Bahn kauft, will natürlich eine Bahnfirma kaufen die Gewinn macht.
b) also macht sich die Bahn schick (das sagen Börsianer wirklich so) und da sind 1,5 Mrd. weniger auf der Ausgabenseite quasi eine Menge Makeup wenn nich gar eine Penisverlängerung!
c) Die Sicherheit der Kunden ist zwar nicht egal, aber auch nicht sooo wichtig, langsamer müsse die Züge dadurch auch fahren und das Auto ist weiterhin die schnellere Alternative, was schlecht für die Umwelt ist.
d) Die Schienen sollen übrigens weiter dem Staat gehören, der wird dann die Schäden mit Steuergeld beheben, wovon ein privates Unternehmen profitieren wird. Das ist ungefähr so, als würde man sein Haus verrotten lassen, es dann zur Hälfte des Kaufpreises verscherbeln und nach dem Verkauf auf eigene Kosten renovieren lassen. Würdet ihr sowas machen? Wir machen es aber gerade, mit "unserer" Bahn.
Warum ich diesen Post schreibe: Die Bahn-Privatisierung ist noch nicht durch und kann also noch verhindert werden. Informationen gibt es bei bahnvonunten und bei bahn für alle

2/18/2007
Tschüss Christiansen
Nun gibt Christiansen zur Sommerpause das Mikro ab. Ihre Nachfolgerin (das sexistische Word-Programm streicht mir dieses Wort als falsch an) hat bereits angekündigt, „das Rad nicht neu erfinden“ zu wollen. Damit ist klar: nicht Christiansen ist das Problem, das Problem steckt im System – im wirtschaftlichen, im medialen, auch im politischen.
Ich schreibe das, weil mich das Buch von Walter van Rossum dazu inspiriert hat. Es ist gut lesbar, nicht zu komplex und gibt einen guten Eindruck, welches Weltbild in den blühenden deutschen Medienlandschaften am liebsten vermittelt wird. Und wie und warum das gemacht wird...Manchmal hat van Rossum sogar kurze Einblicke in den Lauf der Dinge im Ka-pi-ta-lismus - aber nicht sehr oft. Ist bereits vergriffen, aber der bookdillah eures Vertrauens kann da sicher was machen!
Auch wissenswert ist alles was die Leute von Lobby Control über die Verteilung der Gäste bei "Christiansen" rausgefunden haben: pdf
Geniale Strategie: Wer Probleme lösen hilft, die sie vorher selbst geschaffen hat, ist immer reichlich beschäftigt und hat nie Probleme mit der Langeweile.
2/12/2007
Israel
Und beide wollen jedenfalls nicht akzeptieren, dass Israel eben auch ein Land wie andere Länder ist. Nicht genau gleich, aber eben auch ein Land mit Vor- und Nachteilen, die nicht alle mit der Shoah zu tun haben; das nicht nur Gesetzen folgt, die dem deutschen Massenmord entspringen. Da muss Gemüse ge- und verkauft werden, Fernsehsendungen produziert und Versicherungen abgeschlossen werden, Rechnungen müssen beglichen werden und die Busse müssen fahren - aber da wären wir schon wieder beim Thema.
Dass es also in diesem Land, über das so gerne und so viel und so abstrakt debattiert wird, auch einen Alltag gibt, da bin ich mir sicher. Aber wie das genau ist, weiß ich nicht. Und bin auch zu feige oder zu klug, mir ein Urteil darüber zu erlauben. Schön finde ich deshalb immer Reiseberichte aus Israel. Die konkret hatte mal einen ganz tollen. Da kam ein zugfahrender Soldat vor, der hervorragende elektronische Musik hörte und eine alte Frau, die erst vorgab kein Deutsch zu verstehen und den Berichterstatter dann gar nicht mehr gehen lassen wollte vor Neugier über das Land aus dem sie als kleines Mädchen fliehen musste.
Eigentlich jedenfalls wollte ich euch nur einen Reiseblog empfehlen. Aber wenn es um dieses Land geht, kann ich mich wohl nicht kurz fassen. Hoffentlich komme ich eines Tages auch mal hin! Wenn Frieden ist?

2/11/2007
Fascists under Attack
Meine Bitte also: Folgt dem Aufruf. Und lasst es nicht dabei bewenden.

2/08/2007
Übergeschnappt

Beweis: Wie jedes Jahr wurden die Vorbereitungen der SIKO-Gegner wieder aufs Undemokratischste von der Polizei behindert (Das wird jedes Jahr schlimmer und im Juni bei der G8-Konferenz an der Ostsee wird es wieder so sein).
Der Kohl-Spezi und Diktatur-Fan Horst Teltschik ist bestimmt arg stolz auf seine Staatsschützer. Aber was für ein Staat ist das eigentlich, der so einem eine große Bühne bietet und Kriegsgegner knüppelt und kriminalisiert?
Es ist die Tragik kapitalistischer Demokratien, dass sie Menschen in entscheidende Positionen bringen, die sie vor der berechtigten Wut der Vernünftigen durch die Polizei schützen lassen müssen.
2/07/2007
Aufgeschnappt
"Meiner Ansicht nach liegt das Problem in den formalen Strukturen", sagte der hochgewachsene feiste Herr mittleren Alters, feisten Schrittes einherschreitend, zu der gar nicht grazil neben ihm hertrippelnden kleinen Dame. Sie sagte entweder gar nichts oder antwortete erst, als die Beiden schon außer Hörweite waren.
Meiner Ansicht nach liegt das Problem in feisten Herren mittleren Alters, die würdig einherschreitend vergessen, dass kleine und nichtgrazile Damen doppelt so viele Schritte machen müssen und überdies und in Tateinheit Begriffe wie 'formale Strukturen' verwenden.
Worin liegt eurer Ansicht nach das Problem?
fragt sich, herzlich grüßend, euer Ozmataz